Förderungen für Digitalisierungsprojekte: Was gefördert wird und was nicht
KMU.DIGITAL ist ausgeschöpft, die Programme in Oberösterreich sind beendet und das Wiener Programm fördert keine Website als Einzelmaßnahme. Was trotzdem geht und worauf Sie vor dem Antrag achten.
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Die Frage nach einer Förderung kommt in Erstgesprächen meist früh. Für eine neue Website oder einen Online-Shop lautet unsere ehrliche Antwort derzeit: eher nicht. Für Projekte, die Abläufe im Betrieb verändern, sieht es besser aus. Dieser Beitrag zeigt den Stand im November 2026 für Betriebe in Oberösterreich und Wien. Er zeigt auch, wo die Grenzen liegen. Budgets und Fristen ändern sich laufend. Prüfen Sie den Stand deshalb immer auf der Seite des Fördergebers, bevor Sie etwas beauftragen.
KMU.DIGITAL: das Budget ist ausgeschöpft
KMU.DIGITAL von Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer war jahrelang der erste Gedanke, wenn es um Digitalisierung ging. Für die Umsetzungsförderung startete am 7. Mai 2026 eine neue Einreichphase. Inzwischen steht auf der Programmseite, dass das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft ist. Anträge für Beratung und Umsetzung sind nicht mehr möglich. Die laufende Förderperiode reicht bis Ende 2026. Eine Fortsetzung ist bisher nicht angekündigt.
Wer ein Projekt auf KMU.DIGITAL aufgebaut hat, muss also umplanen. Von den hier beschriebenen Programmen ist derzeit nur das Wiener offen.
Oberösterreich: DIGITAL.PLUS 26 und ERFOLG.PLUS 26 sind beendet
DIGITAL.PLUS 26 von Land und WKO Oberösterreich nahm Anträge bis 2. November 2026 an. Die Frist ist vorbei.
Das Programmdokument schloss digitales Marketing ausdrücklich aus. Genannt waren „Websites und Design, SEO, B2C Webshops, Online-Marketing“. Individuell entwickelte Software war förderbar, wenn begründet wurde, warum eine fertige Lösung nicht reicht.
ERFOLG.PLUS 26 der WKO Oberösterreich förderte nur externe Beratung, nicht die Umsetzung. Das Budget für 2026 ist seit 28. September 2026 ausgeschöpft. Neue Anträge sind nicht möglich.
Wien: Förderung Digitalisierung der Wirtschaftsagentur
In Wien ist die Förderung Digitalisierung der Wirtschaftsagentur das passende Programm. Sie richtet sich an bestehende KMU, die seit mindestens einem Jahr in Wien tätig sind. Übernommen werden bis zu 50 % der förderbaren Kosten, höchstens 50.000 € pro Projekt. Das Projekt muss mindestens 10.000 € kosten und darf höchstens zwei Jahre dauern. Gefördert werden die Entwicklung und Einführung digitaler Lösungen, Software und Lizenzen sowie externe Beratung und Einschulung.
Nicht gefördert werden laut Programmseite „Webseiten-Erstellung oder Erneuerung, Webshops als Einzelmaßnahme“. Ebenfalls ausgeschlossen sind Maßnahmen ohne Auswirkung auf interne Prozesse. Sie brauchen einen nachvollziehbaren Digitalisierungsplan. Der vollständige Antrag muss vor dem Projektstart eingereicht sein. Der nächste Stichtag ist der 31. Dezember 2026. Eine unabhängige Jury bewertet die Projekte, die Entscheidung kommt in der Regel nach etwa zwei Monaten.
Was das für Ihr Projekt bedeutet
Eine Website oder ein Shop für Endkunden ist allein in keinem dieser Programme förderbar. Anders sieht es aus, wenn sich durch das Projekt Ihre Abläufe ändern. Typische Beispiele aus unserer Arbeit:
eine Online-Buchung, deren Termine ohne Abtippen im Kalender und in der Verrechnung landen,
eine Mitgliederverwaltung, die Beiträge, Verlängerungen und Seminaranmeldungen an einem Ort bündelt,
eine Schnittstelle zwischen Shop, Warenwirtschaft und Buchhaltung,
ein Anfrageformular, dessen Daten direkt in Ihr Kundensystem gehen statt in ein Postfach.
Das Wiener Programm schließt Websites und Webshops „als Einzelmaßnahme“ aus. Daraus lässt sich lesen, dass sie als Teil eines größeren Vorhabens anerkannt werden können. Ausdrücklich steht das nirgends. Ob es im Einzelfall gilt, entscheidet die Wirtschaftsagentur. Klären Sie das vor dem Antrag mit den Förderexpertinnen und Förderexperten dort.
Mehr dazu, wann sich so eine Lösung überhaupt lohnt, lesen Sie im Beitrag über individuelle Web-Lösungen.
Wie wir mit Förderungen umgehen
Wir versprechen keine Förderung. Über jeden Antrag entscheidet der Fördergeber. Den Antrag stellen Sie selbst. Was wir tun: Wir prüfen mit Ihnen, ob Ihr Vorhaben in einen Schwerpunkt passt. Wir schreiben die technische Projektbeschreibung. Das Angebot gliedern wir so, dass Sie es dem Antrag beilegen können.
Wichtig ist der Zeitpunkt. In Wien darf das Projekt erst nach der Einreichung starten. Wer zu früh anfängt, verliert die Förderung. Wir legen den Start deshalb gemeinsam mit Ihnen fest, bevor wir loslegen.
Laufende Kosten wie Hosting und Betreuung sind in keinem dieser Programme Teil der Förderung. Und ein Projekt sollte sich auch ohne Zuschuss rechnen. Wir planen zuerst, was Ihr Betrieb braucht. Danach sehen wir nach, ob ein Programm dazu passt.
Den Stand aller Programme halten wir auf unserer Seite zu Förderungen aktuell.
Häufige Fragen
Kurz beantwortet
Können Sie uns eine Förderung garantieren?
Nein. Über jede Förderung entscheidet allein der Fördergeber. Den Antrag stellen Sie als Unternehmen selbst. Wir sagen Ihnen vorab offen, ob Ihr Vorhaben zu einem Programm passt. Projektbeschreibung und Angebot für den Antrag liefern wir.
Wir haben schon mit der Umsetzung begonnen. Ist eine Förderung noch möglich?
Das hängt vom Programm ab. Bei der Wirtschaftsagentur Wien muss der vollständige Antrag vor dem Projektstart eingereicht sein.
Wird das Hosting nach dem Projekt mitgefördert?
Damit sollten Sie nicht rechnen. Laufende Betriebskosten und Betreuung ohne Projektcharakter sind im Wiener Programm ausgeschlossen. Gefördert wird das Projekt selbst.
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